Schlafmedizinisches Zentrum mit Schlaflabor

Das Atemzentrum

Patienten, die aufgrund einer schlafbezogenen Atmungsstörung eine nächtliche Maskenbeatmung benötigen, werden in dem im Pneumologisch-Neurologischen Zentrum räumlich integrierten Atemzentrum mit dem Therapiegerät vertraut gemacht und auf das Beatmungsgerät individuell eingestellt. Im Atemzentrum arbeiten unsere Schlafmediziner eng mit Spezialisten auf dem Gebiet der Medizintechnik der Firma AeroVita unter einem Dach zusammen.

Die weitere Betreuung findet ebenfalls dort statt. So beispielsweise bei Ersteinstellungen mit einem Beatmungsgerät und bei Therapieproblemen im Verlauf jederzeit ärztliche Beratung hinzugezogen werden.

Bei machen Patienten kann es bei der nächtlichen Beatmungstherapie anfänglich zu geringen Beschwerden kommen.  Die meisten Beschwerden beziehen sich hier auf einen schlechten Sitz und eine mangelhafte Anpassung der Atemmaske sowie auf die Trockenheit der Luftwege. Bei Beachtung der im Folgenden empfohlenen Maßnahmen lassen sich die Probleme in aller Regel lösen.

Übermäßiger Luftdruck

Zu Beginn einer Beatmungstherapie klagen viele Patienten über einen zu hohen Druck, mit dem die Luft durch die Nase zugeführt wird. Falls Sie dadurch am Einschlafen gehindert werden, sollten Sie den automatischen Modus zur Regulierung des Luftdrucks aktivieren, mit denen die meisten Beatmungsgeräte ausgestattet sind. Das Gerät startet dann mit relativ niedrigem Druck, der allmählich gesteigert wird, bis schließlich der notwendige Druck erreicht ist. Möglicherweise erleichtert Ihnen dieser Betriebsmodus das Einschlafen.

Bei den meisten Geräten kann die Zeitdauer, in der sie in diesem speziellen automatischen Modus laufen, beliebig eingestellt werden. Zu Beginn der Therapie wählen die meisten Patienten eine Dauer von 10 bis 20 Minuten. Nach entsprechender Gewöhnung sollten Sie die Zeit verkürzen, um mit dem eigentlich benötigten Druck optimalen Nutzen aus der Therapie zu ziehen. Wenn Sie der Luftdruck dagegen nicht am Einschlafen hindert, sollten Sie ganz darauf verzichten.

Wann empfiehlt sich ein BiPAP-Gerät?

Treten Probleme beim Ausatmen auf, weil der Druck der zugeführten Luft für den Patienten zu hoch ist, kann möglicherweise ein BiPAP-Gerät Abhilfe schaffen. Diese Geräte erfassen die Vorgänge des Ein- und Ausatmens und können mit verschieden Drücken entsprechend reagieren. Auf diese Weise lässt sich der jeweils gewünschte Druck variieren, wobei beim Ausatmen in der Regel ein niedrigerer Druck eingestellt wird.

BiPAP-Geräte eigenen sich somit für Patienten, für die der Druck anderer Geräte zu stark oder das Ausatmen gegen den Druck zu anstrengend ist. Das Ausatmen wird bei einem niedrigeren Druck zudem als natürlicher empfunden, insbesondere wenn beim Einatmen ein recht hoher Druck benötigt wird. BiPAP-Geräte sind in der Regel größer, schwerer und teurer als CPAP-Geräte.

Falls Sie auf ein BiPAP-Gerät umsteigen wollen, muss zuvor eine weitere Untersuchung zur Überwachung Ihres Schlafes in einem Schlafmedizinischen Zentrum erfolgen, um die richtigen Drucke zu ermitteln und festzulegen.

Wann empfiehlt sich ein selbstregulierendes Beatmungsgerät?

Selbstregulierende Beatmungsgeräte bauen den erforderlichen Überdruck nur auf, wenn Apnoephasen auftreten. Dazu müssen die Geräte den notwendigen Druck selbst finden. Dies gelingt nicht immer ganz perfekt. Es werden derzeit Studien durchgeführt, die verschiedene Verfahren vergleichen, den optimalen Druck automatisch einzustellen. Falls Ihnen CPAP- oder BiPAP-Geräte Probleme im Hinblick auf die erzeugten Drucke bereiten, sollten Sie den behandelnden Arzt auf ein selbstregulierendes Beatmungsgerät ansprechen. Die Masken sind allerdings auch größer und teurer als diejenigen von CPAP-Geräten und können in der Regel nicht ausgetauscht werden.

Wartung und Pflege von Beatmungsgeräten

Die regelmäßige Reinigung ist eine wichtige Voraussetzung für den einwandfreien Betrieb von Beatmungsgeräten. Die Methode zur Reinigung von Masken und Schläuchen sowie der Filterwechsel hängen vom jeweiligen Gerätetyp ab. Bei der Wartung und Pflege Ihres Gerätes sollten Sie sich stets genau an die Gebrauchsanleitung halten. Ein unsachgemäßer Umgang mit Masken, Schläuchen, Filtern und Apparaturen kann zu Entzündungen und Verstopfungen der Nase führen.

Was ist bei Reisen zu beachten?

Die meisten Beatmungsgeräte sind heutzutage mit Transformatoren ausgestattet, die ein Umschalten der Wechselspannung von 110V und 220V erlauben. Die neueren Modelle sind leicht und kompakt und lassen sich somit leicht transportieren. In der Regel werden die Geräte heute mit einem Koffer ausgeliefert, in dem auch das nötige Zubehör untergebracht werden kann. Gegebenenfalls kann diese Ausstattung auch beim Hersteller gesondert bestellt werden. Da sich die Geräte mit Batterien betreiben lassen, können sie auch beim Campen problemlos eingesetzt werden.

Beatmungsgeräte nehmen keinen Schaden durch Röntgenstrahlen, wenn sie am Flughafen durchleuchtet werden. Der behandelnde Arzt kann Ihnen eine schriftliche Bestätigung über Art und Zweck des Gerätes ausstellen, um Missverständnissen bei Zoll- und Grenzkontrollen vorzubeugen.

Extreme Höhenlagen können allerdings Betrieb und Funktion von Beatmungsgeräten beeinträchtigen. Daher sollten Sie sich vor Reisen in Gebiete, die extrem hoch oder tief liegen, bei Ihrem Arzt erkundigen, ob Probleme hinsichtlich der Betriebstüchtigkeit zu erwarten sind.

Unterkühlung der Nase

Beim Transport durch den Schlauch kühlt die zugeführte Luft ab. Um den Wärmeverlust so gering wie möglich zu halten, sollte der Schlauch unter dem Bett oder der Bettdecke verlaufen.

Der Umgang mit Zahnprothesen

Manche Patienten haben Schwierigkeiten, wenn sie nachts die Zahnprothese ablegen, weil dadurch gerade im oberen Zahnbereich die Atemmaske nicht fest sitzt und undichte Stellen entstehen. In diesem Fall sollten sie den oberen Teil der Zahnprothese beim Schlafen tragen. Gegebenenfalls sollte man auf eine Nasenmaske oder ein Modell, das ohne Abdeckung direkt in die Nasenlöcher Luft zuführt, umsteigen.

Der Umgang mit Beatmungsgeräten bei Erkältung

Bei Erkältungen ist die Benutzung von Atemmasken für manche Patienten sehr problematisch. In diesen Fällen können abschwellende Mittel und Nasensprays sowie feuchtere Luft, die sich mit einem Luftbefeuchter beeinflussen lässt, Erleichterung verschaffen. Holen Sie den Rat Ihres Hausarztes ein, wenn Sie bei einer Erkältung mit dem Beatmungsgerät nicht schlafen können. Wenn Sie Schmerzen in der Nase oder in den Ohren verspüren, könnte dies auch ein Hinweis auf Entzündungen sein. In diesem Fall sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen.

Klaustrophobie

Manche Patienten entwickeln Klaustrophobie oder bekommen Atembeschwerden und Erstickungsanfälle, wenn sie zum ersten mal eine Beatmungsmaske tragen. Besprechen Sie Probleme dieser Art mit Ihrem Hausarzt oder dem behandelnden Schlafmediziner.

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, sich an den Umgang mit der Maske zu gewöhnen, sollten Sie sie tagsüber im Wachzustand tragen, um die Hemmschwelle allmählich abzubauen. Benutzen Sie das Gerät tagsüber z. B. beim Fernsehen oder Lesen. Tragen Sie die Atemmaske zu Beginn des Gewöhnungsverfahrens nur für einige Minuten und steigern Sie allmählich die Zeitdauer.

Manche Patienten neigen am Anfang dazu, stark zu hyperventilieren, um gegen den Druck anzukämpfen. Üben Sie das Atmen mit der Maske so lange regelmäßig, bis Sie sie schließlich ohne Beschwerden tragen können.

Falls Sie Masken, die die Nase ganz abdecken, nicht vertragen, sollten Sie auf ein anderes Modell umsteigen, das ohne Abdeckung direkt in die Nasenlöcher Luft zuführt.

Falls Ihnen ein zu hoher Luftdruck Probleme beim Atmen und Einschlafen bereitet, bieten sich verschiedene Lösungsmöglichkeiten an. Sie können beispielsweise die Zeitdauer für den automatischen Modus zur Regulierung des Luftdrucks erhöhen oder auf ein BiPAP-Gerät bzw. ein selbstregulierendes Beatmungsgerät umsteigen.

Falls alle Versuche scheitern, sollten Sie eine Entspannungstechnik erlernen. Dabei können Sie autodidaktisch vorgehen, indem Sie sich ein Lehrbuch oder Lehrkassetten besorgen, oder aber das vielfältige Angebot von Kursen zum Erlernen von Entspannungstechniken nutzen.

Im übrigen empfinden viele Patienten die Beatmungstherapie anfangs als unbequem. Da sie die effektivste Behandlungsmethode gegen Schlafapnoe darstellt, sollten Sie sie auf keinen Fall voreilig abbrechen.

Nicht-Behandlung

Die nasale Beatmungstherapie stellt eine physikalische Maßnahme dar, d. h. das Auftreten von Apnoen und Hypopnoen wird verhindert. Die Ursache der Atmungsstörung wird nicht beseitigt. Deswegen treten bei Einstellung der Beatmungstherapie die Apnoen und Hypopnoen auch  wieder auf. Deren Folgen, wie Tagesschläfrigkeit und erhöhter Blutdruck, stellen sich dann im Laufe weniger Tage ebenfalls wieder ein.